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Waldsee im Müritz-Nationalpark

Vom Eis geprägtes Land

Die Endmoränenlandschaft Mecklenburgs

Wo heute jedes Jahr im Frühjahr der Raps blüht schob vor etwa 12.000 Jahren eine mächtige Eiswalze Erdmassen, Steine und Sand vor sich her und formte so unsere Landschaft. Diese letzte Eiszeit prägte das Mecklenburger Land. Ganz Nordeuropa war mit einem Eispanzer bedeckt. Das langsam fließende Gletschereis schob die Endmoränen vor sich her, die vor allem gut im nördlichen Teil des Müritz- Nationalparks bis Ankershagen sichtbar sind.
 
Mit der Erwärmung, beim Abtauen der Eismassen spülten die Schmelzwasserströme Sand auf (Sander). Die weiten Sandflächen im südlichen Nationalparkgebiet um Boek und Granzin zeugen davon. Große Rinnen- und Eisstauseen bildeten sich in den Schmelzwasserrinnen und in den durch die Gletscher ausgehobelten Vertiefungen. So entstand auch die Müritz, einer der größten deutschen Binnenseen.

"Das kleine Meer" ist die Ableitung vom slawischen Wort "morcze", aus dem sich im Laufe der Zeit der Name "Müritz" entwickelte. Wie sich der Name änderte, so unterlag auch die Größe des Sees der Entwicklung. Mehrere große Wasserspiegelschwankungen, seit den letzten 500 Jahren vor allem durch die menschliche Nutzung hervorgerufen, prägten auch das Müritzvorland und die Nachbarseen.

Der Specker See war einmal Bestandteil der Müritz ! Heute beträgt die Nord- Süd- Ausdehnung der Müritz 29 km, in ihrer West- Ost- Ausdehnung ist sie 13 km breit. Sie bedeckt eine Gesamtfläche von 115,26 km². An ihrer tiefsten Stelle wurden 32 m gemessen. Nur ein geringer Teil, ein 500 m breiter und 12 km langer Streifen am Ostufer, ist Bestandteil des Müritz- Nationalparks.

Die menschliche Besiedlung der Landschaft setzte bereits in der Mittleren Steinzeit (Mesolithikum, 8.000 bis 3.000 v.d.Z.) ein. Die ersten eingewanderten Bewohner waren Sammler, Jäger und Fischer. Ackerbau und Viehzucht charakterisierte die Jungsteinzeit (Neolithikum, 3.000 bis 1.800 v.d.Z.).  In der folgenden Bronze- und Eisenzeit und später zur Zeit Karl des Großen entwickelte sich die Region zu einem Zentrum der Siedlungsgeschichte. Zahlreiche Hünen- und Steingräber um Ankershagen oder slawische Burganlagen in der Feißneck bei Waren (Müritz) und in Vipperow sind Zeugen der frühen Besiedlungsgeschichte.

Charakteristisch für die Seen ist die abwechslungsreiche Flora und Fauna. Die Seenvielfalt und der Artenreichtum der Mecklenburgischen Seenplatte gelten in Deutschland als Besonderheit.
Weite Bereiche wurden schon vor Jahren unter Naturschutz gestellt. Das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet der DDR befand sich hier am Ostufer der Müritz. 1990 wurde es Bestandteil des 310 km² großen Müritz- Nationalparks. So befindet sich hier unter anderem einer der größten Kranichrast- und Schlafplätze im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern. Im Herbst 2000 rasteten z.B. auf den Wiesen um Müritzhof zwischen 8.000 bis 9.000 Kraniche, die sich auf ihren Weiterflug in die Winterquartiere vorbereiten.

 
Andere Landschaften wie die Mecklenburger Schweiz erhielten in den letzten Jahren den gesetzlichen Status eines Naturparks. Sie sind ebenfalls Lebensraum für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

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